Beim diesjährigen Kooperationsforum von MoWiN.net, dem Netzwerk für die nordhessische Mobilitätswirtschaft des Regionalmanagement Nordhessen, erörterte Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel als Gastredner die aktuellen Probleme der gemeinsamen europäischen Währung und die Auswirkungen auf die deutsche Volkswirtschaft.
Das nunmehr fünfte Kooperationsforum bot als Jahresveranstaltung des Netzwerks den 40 teilnehmenden Unternehmen mehr als 100 Unternehmensgespräche. Der Grundgedanke ist die Vermittlung von regionalen Geschäftskontakten und Kooperationspartnern, um die Wertschöpfung und Wirtschaftskraft in der Region zu halten. Dies illustrierte Holger Schach, Geschäftsführer der Regionalmanagement Nordhessen GmbH, in seiner Rede: "Die Region Nordhessen hat sich in den letzten Jahren überaus positiv entwickelt, nicht zuletzt durch die erfolgreiche Clusterentwicklung in der Region. Eines der effektivsten Instrumente ist hier das Kooperationsforum." Er dankte außerdem der Hübner GmbH, Schwind Consulten e.K., PricewaterhouseCoopers, HMCI Immobilien GmbH sowie dem Schlosshotel Wilhelmshöhe als Partner der Veranstaltung. Der Vorstandsvorsitzende Günter Schwind führte weiter aus, dass sich MoWiN.net mittlerweile zu einem Vorbild entwickelt hat: Mit mehr als 120 Mitgliedern gelte das Netzwerk als beispielhaft in der Cluster- und Netzwerkbildung in Deutschland. Er stellte anschließend Prof. Dr. Hans Olaf Henkel, ehemaliger IBM-Manager sowie Vorsitzender des BDI und der Leibniz-Gemeinschaft als Gastredner vor.
Dieser beeindruckte mit einer äußerst anschaulichen Rede über die Entstehung der Euro- Union, seine persönlichen Erfahrungen in der deutschen und europäischen Finanzpolitik und die Auswirkungen der aktuellen Euro-Krise. Henkel erläuterte, wie er als Befürworter des Euro in den 1990er Jahren zum Kritiker der Währung während der aktuellen Euro- Krise wurde. Er wäre sich damals um die Risiken im Klaren gewesen, doch hielt die Sicherungen, die dem Euro und der Staatengemeinschaft zu Stabilität helfen sollte, für vernünftig. Es hätte ihn allerdings nachdenklich gestimmt, dass es bei Nichteinhaltung der Regelungen nicht zu Sanktionen kam. Mittlerweile vertritt Henkel, der heute an der Uni Mannheim lehrt, die Position, dass die Währungsunion in dieser Form kaum noch zu retten sei.
Er versäumte nicht, auf seine derzeitige Position in der deutschen Medienlandschaft hinzuweisen. Henkel schloss daraus, dass es offensichtlich Dinge gäbe, die jeder wisse aber keine sagen dürfe. Er selbst könne keine politischen Talkshows mehr sehen, denn dort würde nur geredet, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. "Ich sehe mir keine Talkshows mehr an, nur noch solche, in denen ich selbst auftrete. Das möchte ich Ihnen auch empfehlen", scherzte der gebürtige Hamburger.
Anschließend lud Nadja Gläser, Leiterin der MoWiN.net-Geschäftsstelle, die 160 anwesenden Gäste zum traditionellen Netzwerktreffen der Mobilitätswirtschaft im Schlosshotel Wilhelmshöhe ein. Beim Sektempfang mit Fingerfood diskutierten die Gäste über den Auftritt des prominenten Redners. Man war sich einig: Der sympathische Hanseat mit seinem gleichermaßen interessanten und informativen Vortrag bot Unterhaltung auf höchstem Niveau.



























































































